Offener Brief an die Diessener Grünen

Liebe Diessener Grüne,

pünktlich zur Wahl oder nach 6 Jahren Dornröschenschlaf habt ihr wieder 24 Mitstreiter/innen gewinnen können, die sich für eure Partei in Diessen engagieren wollen. Dies find ich Klasse!
Im Landsberger Tageblatt vom 09.12.07 beklagt ihr euch allerdings, dass keine ehemaligen Agenda21 Mitarbeiter mehr auf eurer Liste wären.
Offensichtlich wollt ihr trotz mehrfacher gemeinsamer Gespräche immer noch nicht verstehen, dass die meisten der ehemaligen Agendianer hinter konkreten Zielen stehen, Dinge nachhaltig  und umweltverträglich bewegen und sich im Gegensatz zu den Diessener Grünen noch für unsere hiesige Umwelt einsetzen wollen.
Bei dem fehlenden Biss der letzen Jahre, bei der Anspruch und Wirklichkeit leider weit auseinander klafften, ist es schon sehr anmaßend, zu erwarten, die Leute liefen voll Tatendrang scharenweise zu euch über.
Neidvoll blickt der interessierte „Grüne“ nach Utting, wo die GAL vormacht, wie grüne Politik auch am Ammersee konsequent umgesetzt werden kann. Der verdiente Lohn dafür: 21,6 % bei der letzten Kommunalwahl 2002!
In Diessen müsst ihr dagegen froh sein, eure 10 %  wieder zu schaffen (eher ein Verdienst grüner Landes- u. Bundespolitik und nicht wegen toller Kommunalpolitik), insbesondere wenn ihr gefragt werdet:

Wo war euer Einsatz beim Ammerseegymnasium, das bekanntlich ins Trenngrün gebaut wurde und wo selbst Ruth Paulig - die stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz - die Hände über den Kopf zusammengeschlagen hat, ob eurer Entscheidung.
Wie verträgt sich ein Gewerbegebiet auf den ehemaligen hochwertigen Öko-Flächen in Romenthal mit den Grundzügen einer grünen Politik?
Wie bringt ihr geothermische Wärme auch zu unseren Bürgern in Riederau, Dettenschwang, Dettenhofen und Obermühlhausen?
Wo war und wo ist euer Mobilitäts- bzw. Verkehrskonzept für Diessen.
Welchen Beitrag leisten die Diessener Grünen zu Klimaschutz oder überhaupt zu einem grünen Thema?

Nicht ganz erschlossen hat sich mir auch eure Abneigung, über eine Alternative zu unserem derzeit noch amtierenden Bürgermeister zu diskutieren und sich von allen Bürgern zu distanzieren, die einen Wechsel an der Rathausspitze für notwendig erachten.
Offensichtlich habt ihr das ausführliche Programm von Dr. Salzmann (www.wolfgang-salzmann.de) noch nicht gelesen, ansonsten würdet ihr viel Stoff zum Abschreiben finden. Da steht zwar nicht Grün drauf, aber da ist viel Grün und auch sonst viel Vernünftiges drin. Und vor allem deshalb wird er von uns unterstützt (www.zukunft-diessen.de).
Nehmt konkret Stellung zu diesem Programm, sagt wie ihr die Themen seht bzw. anders anpacken würdet oder wo man sogar vielleicht einer Meinung sein kann.
Aber dazu müsst ihr Eure Kuschelecke verlassen, den politischen Diskurs wirklich suchen, anpacken und Flagge zeigen. Nur dann kommen wir gemeinsam in Diessen weiter! Dazu wünsche ich Euch viel Erfolg und neue Gemeinderäte/innen mit frischem Schwung!

Peter Ostermeier
ehemals Agenda21 Diessen
jetzt als Parteifreier auf der CSU-Liste

Datum: Freitag, 14. Dezember 2007 0:22
Themengebiet: Allgemein Trackback: Trackback-URL
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Ein Kommentar

  1. 1

    Liebe Zukunft Dießen!

    Erkenntnis aus 9 Jahren Gemeinderat ist, daß Politik an der Basis ein leidlich zähes Geschäft ist. Das ist aber auch gut so, denn zum demokratischen Entscheid gibt es keine Alternative, mögen einem andere Ansichten noch so rückständig oder schlicht unbegreiflich vorkommen.

    Was dem Außenstehenden als Dornröschenschlaf erscheinen mag, sind aus der Innensicht wiederholt und wiederholt vorgebrachte, beharrliche Argumente. An dem Punkt nämlich stellt sich die Frage, ob beherzte Agenda-Anträge beinahe immer abgelehnt wurden, weil ein Agendabeauftragter versucht hat, realitätsnah und “kuschelnd” zu argumentieren oder weil sie von einer großen, konservativen Mehrheit immer als fehlplatziert oder besserwisserisch niedergebügelt wurden?

    Daß nun mit denen gemeinsame Sache versucht wird, von denen man jahrelang die eigenen Projekte um die Ohren gehauen bekam, ist wahrlich absurd. Für einen solchen Spagat ist der Graben zwischen Euch und den Anderen viel zu breit. Das haben die Ereignisse der letzten Wochen bereits leidvoll bewiesen.

    Thomas Kanzler

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