Nochmal 6 Jahre “mit Herz und Verstand”?
Dienstag, 9. Oktober 2007 19:16
Der noch amtierende Bürgermeister Kirsch möchte auch nach 2008 weiter im Chefsessel sitzen und verweist auf der Versammlung der Wahlgruppe “Diessner Bürger” auf die seiner Meinung nach erfolgreichen Großprojekte der Vergangenheit.
Nur, wo blieb der Verstand z.B. bei der Gestaltung des Bahnhofstraße, wenn man zuließ, daß die Post sich innerorts ohne ausreichende Parkmöglichkeiten in der Ecke eines Malerladens quetschen musste und gleichzeitig der Bahnhofsbereich ausstirbt? Wenn beim Straßenneubau entlang der Bahn zwar Busparkplätze entstehen aber für die Schulkinder, die jeden Morgen zur Bahn gehen, die Fuß- und Radwege vergessen wurden und eine Beleuchtung erst nach jahrelangen Bürgerhinweisen entstanden ist.
Wo bleibt das Herz für die Kinder, wenn es um Schulwegsicherheit, Schülerlotsendienst, vernünftige Pausenversorgung und vieles mehr geht? Seit Jahren Fehlanzeige.
Dafür wird jetzt auf Kindergartenplätze verwiesen, die erstens vielfältig und qualifiziert vorhanden sind und zweitens in der Vergangenheit auch ohne Gemeindeengagement von verschiedenen Trägern betrieben wurden. Der regelmäßige Austausch mit den Pädagoginnen als Dienstherr sollte nicht als Ruhmestat des Bürgermeisters betont sondern als Selbstverständlichkeit betrachtet werden. Der Hinweis des noch amtierenden Bürgermeisters auf diesen Schwerpunkt erscheint wie die Arbeit auf einer „g`mahten Wiese“.
Wo bleibt der Verstand, wenn nach 8 Jahren Tatenlosigkeit beim Gewerbegebiet erst jetzt die Vorarbeiten für einen Satzungsbeschluss in Angriff genommen werden? Wo bleibt in diesem Zusammenhang das Herz bzw. der Mut, den Bürgern mitzuteilen, daß Romenthal zu diesem Preis als Gewerbegebiet nicht in Frage kommt und dafür z.B. als Wohngebiet für junge Familien entwickelt werden soll? So wird halt weitergewurstelt … die Aussicht auf ein bisschen Gewerbegebiet hier, ein bisschen dort… und in der Zwischenzeit ist das Gewerbe weg von Diessen.
Interessant ist Kirschs Feststellung, er sehe den Gemeinderat immer als Einheit. Die häufigen einstimmigen Abstimmungen scheinen ihm ein Indiz dafür zu sein. Lediglich mit den Bürgern scheine es Probleme zu geben, sie verstünden diese Entscheidungen oft nicht. Sie mögen dann jedoch zu ihrem Bürgermeister kommen, und es sich erklären lassen.
Hier hat der noch amtierende Bürgermeister offensichtlich Defizite bezügl. des Rollenverständnisses in der Kommunalpolitik. Es geht nicht darum, dass der Bürgermeister den Gemeinderat überzeugen und zu Entscheidungen drängen kann, sondern daß die Gemeinderäte zu gut vorbereiteten Sachverhalten Beschlüsse fassen, die ein Bürgermeister dann umsetzen sollte.
Dazu müssen manche Sachverhalte eben auch kontrovers diskutiert werden, um dann einen für alle Bürger tragbaren Entscheid zu finden.
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